Von damals bis heute

Der Wiener Prater feiert 2016 sein 250-jähriges Jubiläum. Ein kurzer Rückblick.

Der Wiener Prater erstreckt sich über ein Areal in der Leopoldstadt zwischen dem Praterstern und dem Lusthaus - und darüber hinaus. Der sogenannte Volksprater, auch Wurstelprater genannt, hat die Gegend zwischen der Hauptallee und der Ausstellungsstrasse bezogen.

1162

Im Jahre 1162 wird der Wiener Prater als "Pratter" zum ersten Mal urkundlich als kaiserliches Jagdrevier erwähnt.

Die zweite urkundliche Erwähnung ist vom Jahre 1403 zu finden.

Im Jahre 1560 machte Maximilian II. das gesamte Areal zu einem Jagdrevier für die Habsburger.

1766

Am 7. April gibt Kaiser Josef II., Sohn der Kaiserin Maria Theresia, den "Bratter" für das Volk frei. Das sogenannte Avertissement lautet "um dort zu reiten, zu fahren und sich daselbst mit erlaubten Unterhaltungen zu ergötzen". 66 Weinwirte, 46 Bierwirte, Kaffeesieder, Lebzelter und Kuchenbäcker siedeln sich an. Neben dem Puppentheater mit dem Hanswurst (Wurstel - davon der Name Wurstelprater), der Kegelbahn und den Schaukeln, die schon seit Beginn des 17. Jahrhunderts bestehen, werden nun die ersten Ringelspiele errichtet.

1771

Das erste Praterfeuerwerk wird von Peter Paul Girandoli abgebrannt.

Drei Jahre danach werden die Gitter um den Wiener Prater entfernt, es folgt die Freigabe des Praters bei Nacht.

Auch die Feuerwerke von Johann Stuwer werden zum Spektakel.

1873

Die Weltausstellung findet in Wien statt. Dies ist der Anlass zum Bau der Rotunde, dem damals größten Kuppelbau der Welt mit einem Durchmesser von 108 Meter und einer Höhe von 85 Meter. Die Erde, die bei dem Bau der Rotunde ausgehoben wird, bildet bis heute den Konstantinhügel.

Der Konstantinhügel wurde nach Obersthofmeister Konstantin Viktor Ernst, Prinz von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst benannt.

1895

Auf den Gründen des ehemaligen Kaisergartens, wo heute das Riesenrad und das Planetarium stehen, wird der erste Themenpark, "Venedig in Wien", von Gabor Steiner eröffnet - mit Lagunen, Seufzerbrücke, Dogenpalast, Gondeln und Gondoliere.

Im Römersaal dirigieren Johann Strauß, Carl Michael Ziehrer und Franz Lehár.

1897

Inmitten von "Venedig in Wien" wird das Riesenrad von der englischen Firma Basset unter Anleitung des englischen Ingenieurs Hitchins in einer Bauzeit von 8 Monaten errichtet. Es ist 65 Meter hoch und bietet 30 Waggons.

Die Zahl der Waggons wird nach dem Krieg auf die heutige Zahl von 15 reduziert.

1873

1903

1908

Gustav Schäfer, hier zu Pferd (Bild links), gründet den Verband der Praterhüttenbesitzer, dessen erster Obmann er auch wird.

Der Verband der Praterhüttenbesitzer ist der Ursprung dessen, was heute der Wiener Praterverband ist.

In der Rotunde wird das Jahr über das Nationalitätenfest abgehalten.

1925

Der erste Automobil Blumencorso wird im Wiener Prater veranstaltet.

1928, das sogenannte Schubertjahr, der 100. Todestag von Franz Schubert, wird in Wien mit einem großen Sängerfest gefeiert.

Die Eröffnung der Liliputbahn findet auch in diesem Jahr statt.

1933

Die weltweit erste Geisterbahn, das "Geisterschloß" (Bild oben), wird in Betrieb genommen.

1935

1937

Die Rotunde wird in einem Brand zerstört. Die Gemeinde Wien erwirbt das Gelände für einen Neubau, der jedoch nie durchgeführt wird.

Auf einem Teil des Geländes der ehemaligen Rotunde befindet sich heute die Messe Wien sowie der Campus der Wirtschaftsuniversität.

1945

Zu Kriegsende ist der Wiener Prater abgebrannt. Nur 5 Betriebe und 18 Objekte bleiben erhalten. Die Praterbudenbesitzer beginnen mit dem Wiederaufbau.

Am 8. August wird der Verband der Praterunternehmer registriert.

Bereits drei Jahre später werden Teile des weltbekannten Spielfilm-Klassikers "Der Dritte Mann" im Wiener Prater gedreht.

1959

1966

1966

Der Wiener Prater wird am 7. April 1966 ganze 200 Jahre alt.

Mittlerweile ist der Verband der Praterhüttenbesitzer umbenannt worden in Verband der Praterunternehmer.

Zum Anlass des 200-jährigen Jubiläums wird der damals vermehrt als Volksprater bezeichnete Wiener Prater besungen, gefeiert und - vor allem - besucht.

In der Broschüre "Offizielle Festschrift" (Bild links) sind Berichterstattungen, Gedichte, geschichtliche Anekdoten und Bilder, Reden und Briefe zu finden. Der damalige Wiener Bürgermeister Bruno Marek lobt den großen Einsatz der Praterunternehmer beim Wiederaufbau des Praters (Bild rechts).

1966

1966

Vorstand des Verbands der Praterunternehmer im Jubiläumsjahr.

1968

Bürgermeister Bruno Marek zu Besuch beim Praterrummel am 17. August 1968.

1970

Bruno Kreisky zu Besuch im Wiener Prater, Ende der 1970er Jahre. Hier zu sehen mit KR Eduard Lang.

1976

Die 1970er Jahre sind für den Wiener Prater eine Zeit der fließenden Entwicklung und Erneuerung - neue Betriebe und Attraktionen werden errichtet.

Aber auch im Grünen Prater gibt es Veränderungen: um den letzten fast unberührten Auwald zu erhalten wird das Mauthnerwasser 1976 zum Naturdenkmal erklärt.

Im Jahre 1977 brennt das Kaffee-Restaurant am Konstantinhügel ab - und wird nicht wieder aufgebaut.

Das ca. 6.000.000 Quadratmeter große Areal Prater wird für eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten gestaltet, eine Eigenschaft des Wiener Praters die bis heute erhalten ist.

1980

Ein Aufkleber des Wiener Praterverbandes aus den 1980er Jahren.

1990

Ein Aufkleber des Wiener Praterverbandes aus den 1990er Jahren.